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Der ideale Lehrer - was ist das?

Ich habe einen Traum ...

 

Überall steht es zu lesen: Was sind deine Ziele für 2019?

 

Was sind deine privaten Ziele?

Was sind deine beruflichen Ziele?

 

Ohne Ziele weißt du nicht, worauf du dich zu bewegen möchtest. Ohne das zu wissen, wirst du dort nie ankommen!

 

Ich habe aber einen Traum. Ich würde gerne wissen, wie der ideale Lehrer ist! Und dann würde ich gerne so werden. Und ich möchte so viele andere Lehrer wie möglich mitnehmen.

 

Diese Frage: Wie ist der ideale Lehrer, kannst du sie beantworten? Können Sie sie beantworten?

 

Der ideale Lehrer ist nicht nur aus Sicht der Schüler zu sehen! Wie ist der ideale Lehrer aus Lehrersicht? Also womit fühlt ein Lehrer sich wohl? Am rechten Platz?

 

Ich habe überlegt und für mich spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  1. Der ideale Lehrer mag Schüler. Kein Witz. Es soll Lehrer geben, die keine Schüler mögen. Das ist ungünstig für beide Seiten.
  2. Der ideale Lehrer ist entspannt. Deshalb regt es ihn auch nicht auf, wenn die Kids mal wieder nicht das machen, was sie sollen.
  3. Er ist gut informiert und auf dem Stand der Dinge. Deshalb bringt es ihn auch nicht aus dem Konzept, wenn eines der Kids seine Aussagen mal kurz googelt und dann entsprechend hinterfragt.
  4. Er hat ein gutes Standing. Er ist selbstbewusst. Weiß, was er kann und was er will.

Ich habe mich mal ein bisschen im Netz informiert und einen netten Artikel der Morgenpost gefunden, dem ich folgendes Zitat stellvertretend entnehme:

 

Mirijam B.: Ein guter Lehrer sollte freundlich sein und Spaß verstehen, doch nicht allzu streng sein. Wenn er alles zu locker nimmt und die Klasse macht, was sie will, wäre das aber auch nicht gut. Diese sollte er schon unter Kontrolle haben, damit man den Unterrichtsstoff auch versteht. Den Unterricht sollte der Lehrer anschaulich und interessant gestalten, z. B. Schüler öfter in Gruppen arbeiten lassen, Experimente vorführen oder mit ihnen durchführen. Es wäre gut, wenn er sich Zeit für die Schüler nimmt und auch mal etwas zweimal erklärt. Doch natürlich hängt einiges auch von den Schülern ab. Kl. 8.

 

Zusammengefasst (die anderen Meinungen waren entsprechend):

  1. Freundlich 
  2. Spaß verstehen
  3. Angemessen streng 
  4. Anschaulicher und abwechslungsreicher Unterricht (Methodenwechsel) 
  5. Wechsel der Sozialform 
  6. Individuelles Lernen und erklären

Eigentlich kein Hexenwerk, sollte man denken.

 

Ich arbeite dran, bei mir selbst und bei allen Klienten, die sich das von mir wünschen. Ich halte das für legitime Anforderungen und sie entsprechen in etwa dem, was ich mir selbst als Anforderungen stelle, siehe oben.

 

Wenn also heute ein Referendar zu mir kommt und sagt, alles sei ihm zu viel und er schaffe es einfach nicht allen Anforderungen gerecht zu werden, dann frage ich:

 

Magst du Schüler/innen?

 

Ich glaube, dass sich daran so ziemlich alles entscheidet. Wer Schüler/innen mag, der wird in der Schule zurechtkommen, denn alles andere ist Handwerkszeug.

 

Wenn Sie sich also fragen: Soll ich Lehrer/in werden? Soll ich Lehrer/in bleiben?

Dann beantworten Sie sich zuerst diese Frage. Stellen Sie sich die Klientel vor, die Sie unterrichten (wollen):

 

Die kleinen wuseligen Erstklässler, die vertrauensvoll zu Ihnen aufschauen, aber enorm betreuungsintensiv sind.

 

Die Pubertierenden der Klasse 8, die sich unter der Bank Nachrichten schicken und sich für nichts weniger interessieren, als für Ihren Matheunterricht.

 

Die Schüler/innen der Höheren Handelsschule, die menschlich oft sehr nett, aber - wie mein Vater sagen würden - nicht gerade von "Schaffhausen" sind.

 

Die Berufsschüler/innen, die oft lieber im Betrieb sind, wo sie richtig arbeiten können und hauptsächlich zur Schule gehen, um die Prüfung zu schaffen.

 

Wenn Sie an Ihre Zielgruppe denken: Geht Ihnen dann - bei allen Schwierigkeiten - das Herz auf?

Wenn ja, dann ist alles gut, den Rest kann man lernen.

 

Mir geht es so. Im Großen und Ganzen denke ich gerne an meine Schüler/innen, an den gemeinsamen Unterricht.

 

Wie steht es nun in Bezug auf meine eigenen Ziele?

In Bezug auf meine eigenen Ziele, siehe oben, fehlt es mir aber manchmal an Entspanntheit. Ich nehme oft Dinge persönlich, die eigentlich meine Rolle als Lehrerin betreffen und nicht mich als Person. Dann fühle ich mich angegriffen und werde auch schon mal sauer. Das ist gar nicht hilfreich, weder für mich noch für die Schüler/innen. Dann bin ich nicht mehr FREUNDLICH, was fast jede/r befragte Schüler/in als Anforderung genannt hat.

 

Ich werde versuchen, folgendermaßen damit umzugehen (mein Vorsatz fürs neue Jahr)

1. Tief durchatmen

2. Situation durch Rückfrage klären: "Habe ich Sie richtig verstanden ...?"

3. Mich fragen, ob das Gesagte etwas mit mir zu tun hat.

4. Ist an den Worten des anderen etwas Wahres dran?

Darüber denke ich am besten zuhause nach.

 

Die Tipps habe ich von der Seite "Nicht alles persönlich nehmen" und ich werde sie auf eine Karteikarte schreiben und in meine Federtasche legen.

 

Wie sieht es mit Ihnen aus?

Was verstehen Sie unter einem idealen Lehrer?

Was sind Ihre Vorsätze fürs neue Jahr?

 

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende!

Herzliche Grüße

Ute Matthias

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Kommentare: 2
  • #1

    Lissy (Samstag, 12 Januar 2019 22:48)

    Ist eine gute Lehrerin nicht auch jemand, die besonders kompetent in ihrem Fachgebiet ist (neben den anderen Punkten oben)?

  • #2

    Ute (Sonntag, 13 Januar 2019 13:30)

    Hallo Lissy, das würde ich unter Punkt 3 sehen, die Fachkompetenz. Ich hatte sie dort auch tatsächlich am Anfang stehen, aber dann dachte ich, dass die Methodenkompetenz des Lehrers doch ebenso wichtig ist. Und deshalb habe ich die Punkte zusammengefasst unter "gut informiert und auf dem Stand der Dinge sein". Das bedeutet für mich, ich weiß Bescheid in meinem Fachgebiet und bin dort up-to-date, inhaltlich wie methodisch.