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Wie Schreibimpulse mir geholfen haben meinen Weg zu finden

In den nächsten Wochen möchte ich gerne - in eigener Sache - darstellen, warum ich der Meinung bin, dass E-Mail-Coaching eine gute Idee ist. Schreiben ist ein guter Weg sich selbst auf die Schliche zu kommen und E-Mail-Coaching ist eine Methode bei der neben den Impulsen aus dem eigenen Inneren noch Impulse von außen dazu kommen, die den Entwicklungsprozess vereinfachen und beschleunigen können.

 

Ich starte heute mit einer sehr persönlichen Geschichte, die mein Weg war zu erkennen, dass und in welcher Form Schreiben mir hilft bei der Bewältigung problematischer Alltagssituationen.

 

 

Das Ende einer Liebe

Ich sitze vor meinem Schreibtisch und starre aus dem Fenster. Der Himmel ist grau, der Herbst ist da und zeigt sich von seiner nassesten Seite. Ich höre das Prasseln der Regentropfen am Fenster und langsam bahnt sich ein Gedanke den Weg in mein Bewusstsein. Wiederholung! Wiederholung! Wiederholung - das ist der Gedanke.

 

Mein Freund hat mich verlassen. Ich habe nicht damit gerechnet, gar nicht. Die Beziehung war erst drei Monate alt und fühlte sich noch ganz frisch an. Es gab kleinere Probleme, okay, aber keine großen Sachen. Dennoch ist es so. Ich bin wieder alleine.

 

Aber das ist nicht die Wiederholung. Das wäre auch nichts Besonderes. Alle Menschen, die verlassen werden, sind wieder alleine. Ich sitze da und grüble, woher der Gedanke nach Wiederholung kommt. Ich komme nicht dahinter. Mein Hirn bleibt verschlossen und ich bin unglücklich.

 

Auf der Suche ...

Ich schnappe mir meine Jacke und gehe nach draußen, fahre mit dem Auto hinunter zum See, parke und blicke erneut aus dem Fenster, Autofenster diesmal. Ein dicker Regentropfen klatscht gegen die Scheibe und löst sich auf in ein Rinnsal, das die Autoscheibe hinunterrinnt. Und da ist es wieder, dieses Gefühl der Wiederholung. Entschlossen öffne ich die Tür und trete hinaus. Zwei Stunden wandere ich am Wasser entlang, setze immer einen Fuß vor den anderen und in meinem Kopf hämmert es W-i-e-d-e-r-h-o-l-u-n-g.

 

Hilfe aus dem Netz

Ich gebe auf und fahre zurück nach Hause. Setze mich wieder an den Schreibtisch und schalte den Rechner an, suche im Internet nach Hilfe. Ich habe Liebeskummer, mein Herz schmerzt, was soll ich tun? "Was hilft gegen Liebeskummer?" gebe ich ein und bekomme eine Fülle von Informationen zu den Phasen, die ich jetzt durchlaufen werde und was ich tun kann, um mich besser zu fühlen.

 

An zwei Tipps bleibe ich hängen:

  1. Lerne aus deiner vergangenen Beziehung.
  2. Tagebuch schreiben hilft.

Diese beiden Punkte gehen in Resonanz mit dem Wort, das wie ein wildgewordener Spatz ständig in meinem Hirn kreist: Wiederholung.

 

Ein rettender Gedanke

Und plötzlich weiß ich, was ich tun werde: Ich werde alles aufschreiben.

 

Wie wir uns kennengelernt haben, was er gesagt hat, was ich gesagt habe, was waren die entscheidenden Worte. Wie snd wir zusammengekommen? Wann hat es Klick gemacht? Wodurch? Welche tiefgreifenden Gespräche haben wir geführt? Welche Themen haben uns verbunden? Worüber waren wir nicht einer Meinung? An welchen Punkten habe ich schon früh spüren können, dass es hakelt? Wie bin ich damit umgegangen? Habe ich gemerkt, dass die Beziehung abflacht? Habe ich Warnleuchten in meinem Kopf wahrgenommen und einfach ein Handtuch darüber gehängt? Was hat er gesagt, in seinem letzten entscheidenden Telefongespräch? Wie kam es zu diesem Streit? Was hat er angeboten als Alternative? Wie habe ich reagiert? Was habe ich gefühlt? Wann haben wir die Verbindung verloren?

 

Ich ging los und kaufte mir ein rotes Buch, DINA4. Es symbolisierte meinen Herzschmerz. Unten in der rechten Ecke war ein vierblättriges Kleeblatt in hellgrün, das symbolisierte die Lösung. Dahin wollte ich mich schreiben.

 

Ich schreibe, also bin ich

Und so begann ich. Ich schrieb bis 24 Uhr. Am nächsten Tag, als ich aus der Schule kam, schrieb ich weiter. Das ging so ungefähr 14 Tage lang. Dann war alles raus. Fertig geschrieben. Ich klappte das rote Buch zu und fühlte mich leer. Nicht mehr so verzweifelt, aber leer.

 

Ich hatte sie nicht gefunden, die Wiederholung.

 

Verdichtung

Dann erinnerte ich mich an etwas, das ich seit Jahren in meinem Kreativen Schreibkurs mache: Verdichten. Schreib ein Elfchen. Ein Haiku. Eine Avenida. Schreib einfach eine Zeile, die alles Wichtige zusammenfasst. Einen Vierzeiler. Viele Möglichkeiten.

 

Hilflosigkeit

Ich helfe dir

Stehe dir bei

Musst nicht alleine sein

Anderssein

 

stand da plötzlich auf meinem Blatt. Und da erkannte ich das Muster. Die Wiederholung. Plötzlich war alles da.

 

Plötzlich Klarheit

Ach so, so war das. Ich bin aufgewachsen in einer Familie mit diversen psychischen Erkrankungen. Die schreckten mich nicht ab, nein sie zogen mich an. Denn sie waren etwas Bekanntes für mich. Etwas, womit ich umgehen konnte. Ich wollte helfen, so wie ich als Kind schon immer hatte helfen wollen.

 

Entwicklung

Nachdem ich erkannt hatte, was mein Muster war, konnte ich heraustreten. Nicht sofort, aber es änderte sich etwas. Heute habe ich keine Beziehung mehr, in der ich Helferin sein muss.

 

Schreiben hilft!

Durch das Schreiben und den Impuls meiner Schreiblehrerin bin ich mir selbst auf die Schliche gekommen. Daher kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Schreiben hilft!

 

Liebe Leserin, lieber Leser, probieren Sie es doch selbst einmal aus. Vielleicht gibt es auch Dinge in Ihrem Leben, wo Sie sich selbst auf die Schliche kommen wollen. Und wenn Sie dabei Hilfe benötigen, dann wenden Sie sich gerne an mich. Vielleicht kann ich Ihnen mit E-Mail-Coaching einen entscheidenden Impuls geben, der Sie weiter bringt. Oder auch mehrere. Das würde ich gerne tun, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

 

Ich wünsche Ihnen allen nun ein schönes Wochenende, das Wetter hier in NRW gibt einem viel Zeit, sich mit heißem Tee und einem guten Buch auf der Couch zu entspannen oder auch mit dem Hund bei Wind und Wetter nach draußen zu gehen und den Herbst im Gesicht zu kosten.

 

Herzliche Grüße

Ihre Ute Matthias

 

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